Detaildarstellung (Auswahl)

Ghetto
Nummer 1454
Ort Łódź / Lodz, auch Lodsch, 1940–1945: Litzmannstadt
Bezeichnung
Gebiet Reichsgau Wartheland (1939-1945)
Eröffnung 08.02.1940 (erste Erwähnung) [LIT]
Liquidierung 20.08.1944; das "Rest-Ghetto" wurde weiter verkleinert, die verbleibenden Insassen wurden am 16.01.1945 befreit [LIT]
Deportationen Größere Einweisungen von Juden aus dem Reichsgau Wartheland: September/Oktober 1941: 3.000 aus dem Kreis Wloclawek (Leslau); 24.09.1941: 2.900 aus Wloclawek; 18.03.1942: 4.000 aus Brzeziny (Löwenstadt); Mai 1942: 8.168 aus Pabianice (Pabianitz) und Brzeziny; Juni/August 1942: 1.000 aus Lask; August 1942: 6.167 aus Pabianice, Lask und Belchatow. Nach Angaben des Inspekteurs der Deutschen Polizei vom 13.11.1941 trafen vom 16.10.1941 bis zum 04.11.1941 20 Transporte mit insgesamt 19.837 Juden aus dem "Altreich" ein: Aus Wien kamen 5.000, aus Prag 5.000 aus Berlin 4.187, aus Köln 2.007, aus Luxemburg 512, aus Frankfurt a. M 1.113, aus Hamburg 1.034 und aus Düsseldorf 984. Gemäß eines Schreibens der Ghetto-Verwaltung vom 18.03.1944 wurden 1.500 Juden in die Zwangsarbeitslager für Juden nach Tschenstochau und Skarzysko-Kamienna überstellt. [LIT] Ab Dezember 1941 begannen die Transporte in das Vernichtungslager Chelmno (Kulmhof). Nach einer Unterbrechung im Jahr 1943 begann die endgültige Räumung des Ghettos Mitte 1944. Die Transporte gingen erneut nach Chelmno sowie nach Auschwitz. [LIT]
Einsatz der Häftlinge bei
Art der Arbeit
Bemerkungen Das größte Ghetto im sogenannten Warthegau befand sich in der nach Litzmannstadt umbenannten Stadt Lodz. Es war dem Oberbürgermeister, dem Polizeipräsidenten und der Gestapo unterstellt und erstreckte sich über das nordöstliche Stadtgebiet. Am 30.04.1941 wurde das Ghetto geschlossen. [LIT] Im Mai 1940 lebten dort über 150.000 Juden. Aufgrund der fehlenden Deportationsmöglichkeit nach Osten erging Mitte 1941 der Beschluß, Lodz zu einem zentralen "Gau-Ghetto" zu machen. Zwar wurde dieser Plan nie in aller Konsequenz realisiert, dennoch wurden zahlreiche, vor allem "arbeitsfähige" Juden aus dem Warthegau nach Lodz verschleppt. Zusätzlich begann ab Herbst 1941 die Deportation von insgesamt etwa 20.000 Juden aus dem restlichen Reichsgebiet sowie von etwa 5.000 als "Zigeuner" bezeichnete Personen. Die Räumung des Ghettos begann Ende 1941. Nach der ersten Deportationswelle, vor allem in das Vernichtungslager Chelmno, lebten Ende 1943 nur noch etwa 83.000 Menschen im Ghetto. Von den Deportationen im Jahr 1944 wurden nur etwa 800 Juden ausgenommen. Sie wuden für Aufräumarbeiten auf dem Ghettogelände zurückbehalten. Nach der Befreiung der Stadt durch die Rote Armee zählte man 877 überlebende Juden in der Stadt. Neben den jüdischen Ghetto-Bewohnern lebten weitere etwa 5.000 sogenannte "Zigeuner" im Ghetto. Diese wurden ebenfalls in Chelmno getötet. [LIT] [Der ITS 1979 nennt ein Nebenlager des Ghettos in Inowroclaw (Hohensalza), das nicht eingens in der Datenbank aufgeführt ist. Es bestand etwa von Oktober 1942 bis zum 12.12.1942. Die Insassen des Lagers wurden bei einer Firma Niemann zur Arbeit eingesetzt.]
Markierung
Literaturverweise Golczewski 1996
ITS 1979
Pohl 2009, S. 170

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