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Außenlager des KZ Dachau
ID 393
Place Kaufering-Lager I, Landsberg
Name
Area Bayern
Opening 22.06.1944 (erste Erwähnung)
Closing Das Datum der "Evakuierung" nach Dachau ist nicht feststellbar; / die Befreiung durch die US-Armee erfolgte am 27.04.1945 [LIT]
Deportations In das Außenlager Leonberg des KZ Natzweiler-Struthof wurden aus den Kauferinger Lagern 268 Häftlinge überstellt [LIT]; am 24.04.1945 wurden ca. 1.500 Häftlinge auf einen "Todesmarsch" über Schwabenhausen nach Emmering geschickt, wo sie per Bahn in das KZ Dachau transportiert wurden.
Prisoners Etwa 3.000-5.000, v. a. Juden [LIT]
Sex Männer
Company Fa. Moll, Fa. Geiger [LIT], OT-Oberbauleitung Kaufering
Kind of work Wasser und Kanalarbeiten, Arbeiten auf der Bunkerbaustelle [LIT]
Remarks Die Außenlager Kaufering um Landsberg und die Außenlager um Mühldorf sind im Zusammenhang mit den Planungen des sogenannten "Jägerstabs" entstanden. Hierbei handelte es sich um einen Versuch, die Lufthoheit der alliierten Streitkräfte durch die verstärkte Produktion von Jagdflugzeugen zu brechen. Zu diesem Zweck sollten ab Mitte 1944 in aller Eile riesige Betonbunker, "Jägerbauten", errichtet werden, in die man die durch Bombenangriffe stark beschädigten Produktionsanlagen verlegen wollte. Unter Leitung der OT wurden vier Firmen beauftragt, die entsprechenden Bunker zu bauen: Für das Projekt "Ringeltaube" bei Landsberg waren für den Bunker "Weingut II" die Firma Leonhard Moll, für "Walnuß II" die Firma Karl Stöhr, für "Diana II" die Firma Philipp Holzmann zuständig. Alle Baustellen befanden sich im Nordwesten von Landsberg. Bei Mühldorf sollte im Süden von Mettenheim der Bunker "Walnuß I" durch die Firma Polensky & Zöllner entstehen. Da der Bedarf an Arbeitskräften nicht durch "reguläre" Kräfte gedeckt werden konnte, wurden zahlreiche Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und v. a. KZ-Häftlinge nach Landsberg bzw. Mühldorf verlegt. Da nur auf wenige schon bestehende Baulichkeiten zurückgegriffen werden konnte, waren die Häftlinge mit einer improvisierten, völlig unzureichenden Unterbringung konfrontiert und in kürzester Zeit brachen Ungezieferplagen und Seuchen aus. In die Kauferinger Lager wurden insgesamt ca. 30.000 Häftlinge verschleppt. Durchschnittlich waren wahrscheinlich 10.000-20.000 Menschen in den Lagern. Die Häftlinge waren fast ausschließlich Juden und kamen v. a. über die KZ Auschwitz und Stutthof oder direkt aus Ungarn nach Bayern. Ab Januar 1945 wurden Häftlinge v. a. aus Lagern im Reichsgebiet in die Mühldorfer und Kauferinger Lager deportiert. Das Kaufering-Lager I wurde von III in I umbenannt und war das Hauptlager des Kaufering-Komplexes. Dort befand sich auch die SS-Kommandantur. Da kaum Dokumente über die Überstellungen in die Kauferinger Lager noch über die Überstellungen aus ihnen erhalten sind, ist die Anzahl der umgekommenen Menschen nicht bestimmbar. Schätzungen gehen davon aus, das fast jeder zweite gestorben ist. Überstellungen aus den Lagern waren sicherlich gleichbedeutend mit dem Tod der Häftlinge. [Die Angaben über Arbeitgeber und Art der Arbeit sind z. T. den Ludwigsburger Ermittlungen und dem ITS entnommen. Raim 1992 weist diesbezüglich auf Unstimmigkeiten und Unvollständigkeiten hin.] [LIT] [s. a. gleichnamiges Lager für Frauen, Nr. 292]
Map entry
Literature reference Benz/Distel 2 2005, p. 360-373
ITS 1979 (Default reference)
Klingel 1978
Raim 1992

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