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Frühes Konzentrationslager, ab Januar 1937 Strafgefangenenlager des Reichsjustizministeriums
ID 64
Place Esterwegen
Name Zuerst "Lager II und Lager III" [LIT]; dann "Lager VII"
Area Preußen (Provinz Hannover)
Opening Als Konzentratioslager: 04.03.1933 (erste Erwähnung); als Strafgefangenenlager: 06./07.01.1937
Closing 05.09.1936 (als Konzentrationslager); "Evakuierungen" im März und Anfang April 1945: / Am 25.03.1945: Todesmarsch mit Ziel Celle. Die Häftlinge erreichten Werlte und übernachteten in einer Turnhalle, danach Rückmarsch nach Esterwegen, wo sie am 26. oder 27. ankamen. Anfang April 1945 marschierten alle Überlebenden nach Börgermoor und weiter nach Aschendorfermoor. [LIT]
Deportations Die KZ-Häftlinge wurden bei der Umwandlung des Lagers in ein Strafgefangenenlager in das KZ Sachsenhausen überstellt. [LIT] Überstellung von insgesamt etwa 380 "Sicherungsverwahrten" in das KZ Neuengamme; Wehrmachtsangehörige wurden zum Teil in das "Beobachtungslager" in Torgau überstellt. [LIT] Verlegung von mehr als 900 "NN-Häftlingen" nach Börgermoor. Am 13.03.1944: Verlegung von fast allen "NN-Häftlingen" ins Zuchthaus Strehlitz. [LIT] Das Lager stellte 1942 Gefangene für die Arbeitskommandos "Kdo Nord" in Norwegen und ab Oktober 1943 für das "Kdo X" in Frankreich.
Prisoners Bis September 1936: durchschnittlich 1.600 bis 2.000 "Schutzhäftlinge". [LIT] Anfang 1937 etwa 2.000 Häftlinge; im Oktober 1939 1.000 "Sicherungsverwahrte"; ab 1939 zunehmend Militärhäftlinge; am 22.05.1943 erster Transport von 300 "NN-Häftlingen" aus dem Bochumer Gefängnis, im September 1943 insgesamt etwa 900 "NN-Häftlinge" und bis zur Schließung insgesamt etwa 1.800 "NN-Häftlinge", wobei es sich vor allem um politsche Gegner und Widerstandskämpfer aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden handelte; ab Sommer 1944 zunehmend luxemburgische "Kriegstäter". [LIT]
Sex Männer
Company Reichsumsiedlungsgesellschaft (Ruges) [LIT]; Fa. Oevermann Münster, Fa. Klatte (zuerst 500, ab 1944 800 Häftlinge), Torfwerke und verschiedene Firmen und Privatpersonen in der Umgebung [LIT]
Kind of work Straßenbau, Arbeit in der Landwirtschaft und Rüstungsindustrie [LIT]
Remarks Das Lager befand sich zwischen Esterwegen und der heutigen Bundesstraße 401 und war bis September 1936 Konzentrationslager unter Leitung der SS, ab dem 06./07.01.1937 "Strafgefangenenlager". Das Lager wurde u. a. von Häftlingen aus Börgermoor aufgebaut. Es bestand aus zwei Teilen, wo jeweils 1.000 Gefangene untergebracht werden sollten. Als einziges der frühen Konzentrationslager im Emsland wurde es ab April 1934 nicht dem Justizministerium unterstellt, sondern blieb ein Konzentrationslager; bewacht von einem SS-Totenkopfverband. Verglichen mit der ersten Zeit bedeutete die Unterstellung unter die Inspektion der Konzentrationslager die Einführung eines geregelten Terrors, da sich Esterwegen ab 01.08.1934 an den von Eicke erlassenen Lagervorschriften für das KZ Dachau zumindest orientierte. Bis zum September 1936 sind 32 Todesfälle registriert; allerdings ist zu berücksichtigen, daß viele der Kranken nach Papenburg in das Gefangenenlazarett gebracht wurden. Bis zum Anfang des Krieges bildeten die "Sicherungsverwahrten" mit etwa 1.000 Häftlingen die größte Gruppe. Seit Kriegsbeginn wuchs die Gruppe der "Kriegstäter". Diese setzten sich aus zivilgerichtlich Verurteilten und von Wehrmachtgerichten verurteilten Soldaten zusammen. Die Wehrmachtsangehörigen wurden dann in der Regel zur "Bewährungstruppe" oder in ein Beobachtungslager nach Torgau verlegt. [LIT] Ab Mai kamen immer mehr "NN"-Häftlinge nach Esterwegen, sie waren in dem später völlig isolierten südlichen Teil des Lagers untergebracht. Das zuständige Sondergericht Essen tagte im Casino der Wachmannschaften und verurteilte vom 01.03.1943 bis zum 30.04.1944 von 1.500 Angeklagten 725, wovon 200, vor allem Belgier, zum Tode verurteilt wurden. [LIT] Insgesamt wurden 444 Tote in Esterwegens Phase als Strafgefangenenlager standesamtlich registriert, wovon 73 "NN-Häftlinge" waren. [LIT]
Map entry
Literature reference ITS 1979 (Default reference)
Knoch 2005, p. 533-570
Kosthorst/Walter 1985
Wegweiser 3 1986

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